Kein Getränk der Welt versteht es so gut wie die Tasse Kaffee, als Bindeglied zwischen Mensch und Umgebung aufzutreten. Man denke nur mal an die postsexuelle Verlegenheitsfrage:
„Wolln wir uns nochmal auf'n Kaffee treffen?“
Und bei der Sozialisationsarbeit hört die Wirkungskraft des edlen Türkentranks noch lange nicht auf. Man denke nur mal an den ersten Schluck am Morgen. An den Moment, wo die Annäherung des verschlafenen Geistes an die trübe Realität stattfindet – der Katalysator der Lebensgeister.
Und dann stelle man sich mal vor, es gäbe eines Morgens keinen Kaffee mehr! Vorbei wäre es mit der Ausgeglichenheit von Bankern, Redakteuren und Busfahrern. Keine Kaffeepausen mit alteingesessenem Gebrabbel: „Was schmeckt der Kaffee heute wieder scheiße“. Wohlmöglich gäbe es sowieso keinen Smalltalk mehr. Wo und wie sollte der auch stattfinden? Ausgestorben sind die Kaffeeküchen und Gänge, wo einst die Automaten standen. Vorbei die Zeiten der Geselligkeit in Cafés und Espresso-Bars. Nichts mehr mit Coffee-to-go – Tempeln und dem Quick-Fix. Und an der Stelle, wo einst der Kaffee stand klafft nun ein großes Nichts. Ein Nichts, was es erst einmal zu füllen gibt – auch innerweltlich.
Ich liebe Kaffee.